Thailändisches Pad Prik Khing Moo

In der historischen Variante mit Ingwer

Thailändisches Pad Prik Khing Moo

Am vergangenen Wochenende habe ich im Asialaden eine große Packung frischen Ingwer mitgenommen, der schon teilweise ausgetrieben hat und daher auch reduziert war. Es war also klar, dass dieser schnellstmöglich verarbeitet werden musste und so habe ich am Sonntag einen Teil davon zusammen mit Schweinefleisch in einem trockenen roten Curry verarbeitet.

Bis gestern hätte ich dieses Gericht dann auch, ohne mit der Wimper zu zucken, als thailändisches Pad Prik Khing Moo bezeichnet, bis ich erfahren habe, dass ein Gericht mit diesem Namen in Thailand ohne Ingwer auf Basis einer speziellen Currypaste zubereitet wird. Aber “Khing” heißt doch Ingwer und man kann doch nicht einen der Hauptbestandteile des Namens einfach weglassen, dachte ich mir.

Selbst in Thailand sorgt dies unter Köchen wohl immer wieder zu Verwirrung und es wird viel darüber debattiert, ob denn nun Ingwer zum Einsatz kommen soll oder nicht. Ein Blick in die Geschichte bringt eventuell etwas Klarheit. In Currypaste angebratenes Schweinefleisch war früher ein beliebter Wegproviant für lange Reisen. Dies wurde zum Beispiel von Soldaten sehr geschätzt war und wurde dann zusammen mit Gemüse gegessen.

Aber wie kommt nun der Ingwer ins Spiel? Ingwer wird unter anderem nachgesagt, dass er gegen die Reisekrankheit hilft und das könnte tatsächlich der Grund für die Beigabe zu dem oben erwähnten Reiseproviant sein. Denn stundenlang in einem holprigen Wagen zu fahren oder auf dem Rücken eines Wasserbüffels oder Elefanten zu reiten ist sicherlich kein Spaß. Jeder der in Thailand schon mal eine Elefantentour gemacht hat, kann sich das sicherlich gut vorstellen.

Im Laufe der Geschichte kam dann irgendwann der Ingwer abhanden, vielleicht als Elefanten als Transportmittel uninteressanter wurden. Stattdessen wurde das frühere Beilagengemüse in Form von Schlangenbohnen in das Gericht integriert. In jüngster Zeit scheint es übrigens einen Trend zu geben, das Gericht wieder mit Ingwer zu kochen.

Das alles habe ich mir natürlich nicht ausgedacht, sondern durch den spannenden Artikel von Highheel Gourmet erfahren.

Somit geht mein Rezept für Pad Prik Khing Moo in die Richtung der historischen Vorlage. Wer mag, kann auch hier die Hälfte des Fleisches durch Schlangenbohnen oder gekochte grüne Bohnen ersetzen, wie ich es gestern nochmal zubereitet habe.

Zutaten für zwei Personen

  • 400g mageres Schweinefleisch (z.B. Oberschale)
  • 2 kleine Ingwerwurzeln (zusammen etwas 15-20g)
  • 2 EL rote Currypaste
  • 2 EL Fischsoße
  • 1 EL Golden Mountain Sauce
  • 1 TL Palmzucker
  • 20ml Wasser
  • 2-3 EL Pflanzenöl oder Schweineschmalz

Zubereitung

Keine Angst, die Zubereitung des Gerichts geht schneller, als es die lange Einleitung vielleicht vermuten lässt. Zuerst muss der Ingwer geschält und dann in dünne Stifte geschnitten werden. Danach das Schweinefleisch gründlich abwaschen, trocken tupfen und danach in mundgerechte Streifen schneiden.

Nun das Öl oder den Schweineschmalz in einem Wok oder einer großen Pfanne erhitzen und die rote Currypaste darin anbraten bis sie duftet. Bevor die Paste dunkel wird, das Schweinefleisch hinzugeben und unter ständigen Rühren anbraten. Das Fleisch sollte sich dabei mit der Paste vermischen und schließlich zu großen Teilen damit bedeckt sein.

Sobald sich das Fleisch vollständig verfärbt hat die Ingwerstifte dazugeben und auch diese kurz anbraten. Das Ganze dann mit Fischsoße und Golden Mountain Sauce ablöschen. Danach den Zucker in etwas Wasser auflösen, dieses dann auch in den Wok geben und alles gut vermischen.

Das Pad Prik Khing Moo dann noch ganz kurz weiter köcheln lassen und schließlich dampfend heiß servieren. Dazu passt natürlich am besten thailändischer Jasmin Reis.

Viel Ingwer
Mit Ingwer
Anbraten
Mit Soße
Mit Limettenblättern